in der küche des trauerredners escher
ist die steckdose defekt. während er auf den für die reparatur
bestellten
elektriker wartet, liest er in seinem
buch über elio, den sohn aus einer familie der `ndrangheta. dieser
hat als kronzeuge viele seiner verwandten der justiz ausgeliefert und
wartet nun im gefängnis auf die entlassung in ein
zeugenschutzprogramm. in der zelle liest elio
in seinem
buch die geschichte von escher und dem elektriker. so werden die
beiden schauplätze abwechselnd erzählt: immer wieder greifen
elio oder
escher jeweils
zu ihrem buch.
die beiden handlungen laufen zunächst unerwartet, dann immer
offensichtlicher aufeinander zu und enden überraschend.
einzigartig ist die geniale verzahnung
der beiden handlungsstränge, die mit viel phantasie einander
entgegen geführt werden. die beim lesen zunächst nur vage ahnung
der zusammenhänge wird immer konkreter. ueberraschende wendungen,
witzige sprache und treffend bildhaft beschriebene charaktere sind
weitere stärken dieses buches. escher, als name eines der
hauptprotagonisten, dürfte nicht zufällig gewählt sein, erinnert
doch die konstruktion des textes an die bilder des niederländischen
zeichners m.c. escher in denen raum und perspektive wie aufgehoben
erscheinen. der klare und
übersichtliche anfang führt schnell mitten ins geschehen, das einen
bis zum schluss nicht mehr loslässt.
08.02.2026
wolf haas: wackelkontakt
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