03.04.2026

herbert clyde lewis: gentleman über bord

den wohlsituierten mitdreissiger henry preston standish überkommt plötzlich eine sinnkrise. mit einer schiffsreise gönnt er sich eine auszeit und hofft zu genesen. schon nach wenigen tagen stürzt er durch eine unachtsamkeit in den ozean. es dauert einige stunden, bis seine abwesenheit auf dem schiff auffällt und der kapitän letztlich widerwillig umkehren lässt um den vermissten zu retten. während stunden treibt henry im wasser. die hoffnung auf rettung weicht immer mehr dem gedanken eines möglichen todes.
die prägnant geschriebene geschichte eines menschen, der überraschend in eine existenzielle gefahrensituation gerät, kommt auf nur etwas mehr als 150 seiten daher. nichts ist zu viel, nichts zu wenig an diesem text. die gedanken des im meer treibenden mannes wechseln zwischen lebensnahen, praktischen fragen und philosophischen gedanken. angst jedoch scheint er kaum zu haben. zudem besticht die beschreibung der charaktere von passagieren und schiffsbesatzung ganz besonders. das offene ende lässt einen im unklaren darüber, ob es eine rettung gibt.