16.02.2026

terézia mora: muna oder die hälfte des lebens

muna, eine sehr attraktive junge frau, lernt kurz vor ihrem schulabschluss magnus kennen. sie verliebt sich in den ein paar jahre älteren, rätselhaften mann. seine kaum zugängliche verschlossenheit deutet sie als schüchternheit. sie verbringt eine nacht mit ihm, kurz darauf fällt die innerdeutsche mauer: magnus verschwindet ohne erklärung. als sie sich einige jahre später zufällig wieder treffen, werden sie ein paar. muna liebt magnus, ob magnus muna liebt, wird nicht ganz klar. ihm ist seine karriere wichtig. mehrmals zieht er deshalb in eine andere stadt um. sie folgt ihm und richtet ihr leben weitgehend nach seinem. in einer auseinandersetzung schlägt er sie. nach seiner entschuldigung versöhnen sich wieder im bett. weitere gewalt folgt, sie kommt von ihm nicht los, bis er sie verlässt. doch damit ist das drama bei weitem noch nicht am ende.
ein roman über projektion, abhängigkeit und gewalt in einer beziehung. fern der realität und getrieben von der eigenen verliebtheit, lebt muna, voller selbstzweifel und bis zur selbstaufgabe nicht mehr ihr eigenes leben. treffend beschrieben ist ihre gefühlslage, von seiner erfährt man wenig. diese alles reichte eigentlich als substanz der geschichte, aber mit den vielen beschreibungen der beruflichen situationen der beiden, deren akademischen hintergründe und den vielen anderen nebenschauplätzen wirkt das ganze etwas zäh und lenkt vom zentralen thema immer wieder ab.

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