14.05.2026

fabio andina: sechzehn monate

giuseppe vaglio lebt in cremenaga, einem dorf an der italienisch-schweizerischen grenze. während des zweiten weltkrieges hilft er flüchtlingen durch den fluss in die schweiz zu gelangen. er wird aber verraten, von der deutschen ss gefangengenommen und ins konzentrationslager mauthausen zur zwangsarbeit deportiert. dort erlebt er die befreiung am kriegsende. seine frau concetta bleibt während seiner abwesenheit weitgehend nachrichtenlos, weiss nichts über seinen verbleib, gibt die hoffnung auf seine rückkehr aber nie auf. nach der befreiung ist giuseppe zwei monate zu fuss unterwegs und kommt nach vielen entbehrungen wieder zurück nach cremenaga.
giuseppe und concetta waren die grosseltern des autors, denen er mit diesem roman ein eindrückliches denkmal setzt. dieses preisgekrönte buch vermittelt anhand der lebensgeschichte eines einzelnen, wie aufrichtige menschen opfer dieses systems wurden. in einem faszinierend einfachen und klaren text wechselt der schauplatz immer wieder, so wird parallel über das leiden giuseppes und das leben concettas mit ihrer familie berichtet. trotz angst, unsicherheit und verzweiflung verlieren beide eheleute die hoffnung nicht. die rückkehr bildet einen überraschenden abrupten schluss. gerne wäre ich noch etwas bei der wiedervereinten familie verweilt.

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