im
zweiten weltkrieg steht japan durch einen pakt verbunden gemeinsam
mit italien auf der seite des deutschen reiches. dacias familie lebt
in tokio, ihre eltern weigern sich – wie von den japanischen
behörden verlangt – mussolinis repubblica da salò anzuerkennen.
wie weitere mitglieder der kleinen italienischen gemeinde wird die
ganze familie in ein lager interniert, in dem unsägliche
hygienische zustände, willkür, vor allem aber hunger herrschen. die
damals siebenjährige erlebt harte kindheitsjahre, aber auch die
befreiung und die zeit unmittelbar nach kriegsende.
trotz
der erniedrigenden erlebnisse berichtet die autorin eindrücklich,
gleichzeitig emotional und sachlich über ihre schwerste zeit.
bedrückend ist nicht nur die detaillierte beschreibung der
persönlichen not, sondern auch die grausamkeit der sie bewachenden
männer. aus der sicht eines kindes versteht sie damals erstaunlich
viel: so gibt sie mit einer faszinierenden genauigkeit die damaligen
begegnungen und ereignisse wieder.
gleichzeitig ist es auch ein buch über ein stück uns weitgehend
unbekannte geschichte japans, abseits der clichées von kirschblüten
und zen-gärten.
01.05.2026
dacia maraini: ein halber löffel reis
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