unmittelbar
an der grenze zu italien liegt der ort der handlung. als der krieg
ausbricht, erscheinen die ersten flüchtlinge, denen sich die
dorfbevölkerung entgegen der vorgaben der regierung annimmt. auf dem
ausserhalb des dorfes liegenden hof bargada lebt die unverheiratete
zoe mit tochter und mutter. ein frauenhaushalt, der unter kritischer
beobachtung der leute im dorf steht. hier finden die immer mehr
auftauchenden schmuggler unterschlupf, hier wird vor allem reis, ihr
wichtigstes gut weiterverkauft. gegen ende des krieges kommen immer
mehr menschen über die grenze, die die solidarität und das
zusammenleben im dorf auf eine harte probe stellen.
der
roman zeigt wie die solidarität einer dorfgemeinschaft nicht nur
durch äussere umstände, sondern auch durch eigene
moralvorstellungen belastet wird. in einer zeit, in der viele männer
wegen des krieges in der armee sind, verändert sich die rolle der
frauen. treffend und fesselnd bearbeitet sind beziehungen,
liebschaften und unerfüllte erwartungen,
wie auch der frauenemanzipatorische aspekt. ich hätte mir etwas mehr
detaillierte beschreibungen zu den einzelnen menschen gewünscht,
unter denen sich einige originale vermuten lassen. der recht
spannende text bleibt trotz einer komplexen und vielfältigen
handlung dank der klaren und direkten erzählung gut lesbar. ein
kleines, aber exemplarisches stück schweizergeschichte, das heute
unter veränderten umständen weiterhin aktuell ist, wird uns hier
nahegebracht.
17.05.2026
aline valangin: das dorf an der grenze
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