während
der deutschen besetzung prags wird das rudolfinum zum «haus der
deutschen kunst»: unter
den statuen auf dem dach ist auch jene von
medelsohn-bartholdy. auf befehl des reichsprotektors heydrich muss
das denkmal des jüdischen komponisten entfernt werden. der
hausverwalter weiss jedoch nicht, welche der figuren die richtige
ist. mit dieser wahren begebenheit beginnt der roman über die zeit
der besetzung prags durch die deutsche wehrmacht. juden und jüdinnen
werden systematisch verhaftet und abtransportiert, ihr eigentum
eingezogen. in prag formiert sich im untergrund aber auch der
widerstand gegen die besatzung und das attentat auf den verhassten
heydrich hat grausame sühneaktionen der nazis zur folge. erste
nachrichten von der landung der alliierten in der normandie lassen
die leidende bevölkerung hoffen.
verschiedene
wahre begebenheiten und einzelschicksale von menschen werden hier zur
grundlage eines romans über diese dramatische zeit. beim lesen spürt
man, dass der autor die geschichten der menschen, die opfer dieses
systems werden, aus eigener erfahrung kennt. durch die eindringliche
beschreibung der schreckensherrschaft der nazis gibt er einen tiefen
blick in die struktur des totalitären systems, den er mit ironie und
sarkasmus entlarvt. als gegenpol steht der widerstand der bevölkerung
und die solidarität der menschen, dem dieses buch ebenso raum gibt.
dieses unheimlich authentische und dichte werk geht unter die haut
und lässt einen lange nachdenken.
10.05.2026
jiři weil: mendelsohn auf dem dach
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