06.07.2026

wolf haas: müll

ein geordneter recyclingbetrieb – in diesem roman despektierlich mistplatz genannt – ist der schauplatz der handlung. in einer wanne wird ein leichenteil gefunden. die eintreffenden polizisten treffen auf ihren ehemaligen hier arbeitenden kollegen brenner, was die ermittlungsarbeit aber nicht einfacher macht. die suche nach den andern leichenteilen fördert alles zu tage, einzig das herz bleibt unauffindbar. brenner wähnt eine organmafia dahinter. unbeschreibliche geschichten und begegnungen führen zu verschiedenen beschuldigten, verdächtigungen und sogar weiteren toten. das ende bringt eine abenteuerliche und unwirkliche verfolgungsfahrt.
es ist eine art skurriler krimi mit vielen unerwarteten wendungen. witzig und bis an die grenze des erträglichen sarkastisch zeichnet der autor bilder von menschen und ereignissen, die teilweise absurd bis unmöglich erscheinen: seine phantasie scheint unlimitiert. zu beginn spannend und unterhaltend zieht sich der roman aber in die länge. so driften die sich teilweise wiederholenden personenbeschreibungen immer wieder ins klischeehafte ab. wichtige erkenntnisse und botschaften zur richtigen abfallentsorgung scheinen immer mal wieder durch, gehen aber in diesem etwas überladenen text leider verloren.

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