16.09.2026

raffaella romagnolo: das flirren der dinge

der auf einem auge fast blinde antonio lebt im waisenhaus. unter all den kindern wählt alessandro, der fotograf, ihn als lehrling aus. schnell lernt dieser mit den chemikalien umzugehen und als er seine ersten fotografien selbst macht, erscheinen vor seinem schlechten auge bildfragmente, aus denen er zukünftige ereignisse erahnen kann. in den unruhigen zeiten des politischen umbruchs in italien gibt es viel zu fotografieren. dabei trifft er im tumult einer demonstration auf caterina, eine junge hebamme. sie werden ein paar und erleben gemeinsam die politischen verwerfungen, aber auch viele persönliche schicksale.
der komplex geschriebene text gestaltet den einstieg etwas schwierig, erst nach etwa fünfzig seiten beginnt die handlung verständlich zu werden. die zeit der einigung italiens, das risorgimento, bildet den spannenden hintergrund vor dieser lebensgeschichte. emotionsreiche kapitel wechseln mit solchen ab, die mich weniger berührten. die fähigkeit antonios, die zukunft zu erahnen und die bodenständigen einschätzungen der hebamme in krisensituationen werden zu einem interessanten kontrast.

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