der auf einem auge fast blinde antonio
lebt im waisenhaus. unter all den kindern wählt alessandro, der
fotograf, ihn als lehrling aus. schnell lernt dieser mit den
chemikalien umzugehen und als er seine ersten fotografien selbst
macht, erscheinen vor seinem schlechten auge bildfragmente, aus denen
er zukünftige ereignisse erahnen kann. in den unruhigen zeiten des
politischen umbruchs in italien gibt es viel zu fotografieren. dabei
trifft er im tumult einer demonstration auf caterina, eine junge
hebamme. sie werden ein paar und erleben gemeinsam die politischen
verwerfungen, aber auch viele persönliche schicksale.
der komplex geschriebene text
gestaltet den einstieg etwas schwierig, erst nach etwa fünfzig
seiten beginnt die handlung verständlich zu werden. die zeit der
einigung italiens, das risorgimento, bildet den spannenden
hintergrund vor dieser lebensgeschichte. emotionsreiche kapitel
wechseln mit solchen ab, die mich weniger berührten. die fähigkeit
antonios, die zukunft zu erahnen und die bodenständigen
einschätzungen der hebamme in krisensituationen werden zu einem
interessanten kontrast.
16.09.2026
raffaella romagnolo: das flirren der dinge
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