28.08.2026

matteo beltrami; mein name war 125

piero wird als uneheliches kind in den 1950er jahren seiner mutter weggenommen und in ein erziehungsheim gebracht. in dem von nonnen geführten haus herrschen unsägliche zustände. den kindern wird der name genommen, sie erhalten eine nummer und werden nur mit dieser angesprochen. sie sind körperlicher und psychischer gewalt als auch missbrauch ausgesetzt, werden nur schlecht ernährt, erfahren weder liebe noch zuwendung und werden nicht gefördert. piero erlebt fünf schreckliche jahre, bis er zufällig einem pater begegnet, der sich seiner annimmt und ihn ins kloster bringt. dort beginnt für ihn ein neues leben mit einer perspektive, die er längst verloren glaubte.
dieses zeugnis einer gestohlenen kindheit wird von pieros sohn erzählt. nur die innere emigration helfen piero, die dauernde verunsicherung und das unsägliche leiden zu ertragen. er entwickelt eine kraft und ein durchhaltevermögen, die ihn diese schwere zeit überstehen lassen. der blick auf die situation dieser kinder lässt einen schockiert und fassungslos zurück. das buch ist ein weiterer wichtiger beitrag zur aufarbeitung der unrühmlichen geschichte der fürsorgerischen zwangsmassnahmen, die in der schweiz bis in die 1980er-jahre eine grausame realität waren.

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