09.08.2026

kent haruf: das band, das uns hält

schon früh muss edith goodnough verantwortung übernehmen. sie ist noch ein mädchen, als ihre mutter stirbt. für ihren vater roy ist es selbstverständlich, dass sie die rolle der mutter übernimmt, für ihn und ihren bruder sorgt. ein unfall des vaters macht diesen aber weitgehend arbeitsunfähig. so fällt die ganze arbeit auf der farm den geschwistern zu. roy ist ein wütender mensch, der über alles seine kontrolle haben will, befiehlt und seine kinder tyrannisiert. während edith auf die heirat mit dem nachbarsohn john roscoe verzichtet, nutzt ihr bruder den beginn des zweiten weltkrieges, um von zuhause wegzukommen um sich bei der armee zu verpflichten. als der vater stirbt, folgen für edith einige wenige ruhige jahre. nach zwanzig jahren abwesenheit kehrt der bruder zurück. seine zunehmende demenz auferlegt edith erneut eine verpflichtung. beinahe 80-jährig entwickelt sie einen plan um der sache ein ende zu setzen.
aus der perspektive von sanders, des sohnes von john, wird das entbehrungsreiche leben der verantwortungsbewussten edith beschrieben, die es nicht schafft sich aus dieser unvorstellbar harten lebenssituation zu befreien. der spannende aufbau und die bildhafte beschreibung von situationen, menschen und orten machen diese beinahe unerträgliche geschichte einer unterdrückten frau zu einem einzigartigen dokument häuslicher gewalt. auf einem historischen hintergrund lesen wir hier über ein auch heute aktuelles thema.

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