schon
früh muss edith goodnough verantwortung übernehmen. sie ist noch
ein mädchen, als ihre mutter stirbt. für ihren vater roy ist es
selbstverständlich, dass sie die rolle der mutter übernimmt, für
ihn und ihren bruder sorgt. ein unfall des vaters macht diesen aber
weitgehend arbeitsunfähig. so fällt die ganze arbeit auf der farm
den geschwistern zu. roy ist ein wütender mensch, der über alles
seine kontrolle haben will, befiehlt und seine kinder tyrannisiert.
während edith auf die heirat mit dem nachbarsohn john roscoe
verzichtet, nutzt ihr bruder den beginn des zweiten weltkrieges, um
von zuhause wegzukommen um
sich bei der armee zu verpflichten. als der vater stirbt, folgen für
edith einige wenige ruhige jahre. nach zwanzig jahren abwesenheit
kehrt der bruder zurück. seine zunehmende demenz auferlegt edith
erneut eine verpflichtung. beinahe 80-jährig entwickelt sie einen
plan um der sache ein ende zu setzen.
aus
der perspektive von sanders, des sohnes von john, wird das
entbehrungsreiche leben der verantwortungsbewussten edith
beschrieben, die es nicht schafft sich aus dieser unvorstellbar
harten lebenssituation zu befreien. der spannende aufbau und die
bildhafte beschreibung von situationen, menschen und orten machen
diese beinahe unerträgliche geschichte einer unterdrückten frau zu
einem einzigartigen dokument häuslicher gewalt. auf einem
historischen hintergrund lesen wir hier über ein auch heute
aktuelles thema.
09.08.2026
kent haruf: das band, das uns hält
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