david win, sohn einer englischen mutter und eines burmesischen vaters, erhält von der hadlow-familienstiftung ein stipendium. um ihn kennen zu lernen, laden die mäzenaten david auf ein wochenende zu sich ein. mit ihrem ungefähr gleichaltrigen sohn gilles wird david das eliteinternat besuchen. wirklich freunde werden sie nicht. schon früh wird davids talent bei aufführungen des schultheaters sichtbar, als schauspieler wird er erfolgreich, ist jedoch wegen seiner dunklen haut und seiner homosexualität immer wieder vorurteilen und diskriminierungen ausgesetzt. gilles wird ein opportunistischer, den brexit befürwortender politiker. die wege der beiden kreuzen sich immer wieder, unterschiedliche wertehaltungen lassen ihre begegnungen aber kühl und oberflächlich bleiben. erst spät findet david eine glückliche und starke liebesbeziehung.
das leben und der soziale aufstieg davids bilden den roten faden dieses romans, der uns den alltag in englands unterschiedlichen gesellschaftsschichten nahe bringt. allein schon die emotionale und einfühlsame beschreibung der gefühlslage davids lohnt die lektüre. treffend, beinahe amüsant sind die szenen, in denen er sich zum ersten mal im umfeld einer ganz anderen gesellschaftsschicht zu bewegen lernt. prägnante beschreibungen der einzelnen menschen und orten lassen beim lesen faszinierende bilder auferstehen. immer wieder überraschende humorvolle bis sarkastische vergleiche bringen einen immer wieder lachen. trotz der relativ vielen handelnden personen und nebenschauplätze geht der ueberblick nie verloren. ich habe dieses berührende, sprachlich schöne buch, das sich über mehr als 600 seiten erstreckt, nur schwer weglegen können.
21.08.2026
alan hollinghurst: unsere abende
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