02.10.2026

liviu rebreanu: der wald der gehenkten

ein deserteur der oesterreichisch-ungarischen armee wird während des ersten weltkrieges an der russischen front zum tod verurteilt. den sehr religiös erzogenen leutnant apostol bologa, der auf befehl unfreiwillig mitglied des kriegsgerichts ist, belastet dieses urteil schwer. als später rumänien der donaumonarchie den krieg erklärt, wird die einheit bologas an diese front verlegt. unerwartet sieht er sich so der tatsache gegenüber, als ethnischer rumäne gegen seine eigenen landleute kämpfen zu müssen. auch er denkt ans desertieren. der ihm gewährte heimaturlaub schenkt ihm einen aufschub. er sieht seine mutter wieder und verliebt sich in ilona, die tochter des totengräbers. doch dann wird er angeklagt, selbst seine desertation geplant zu haben. er wird abgeholt und vor das gleiche kriegsgericht gestellt, dem er selbst angehört hat. in der verhandlung verteidigt er sich nicht, verliert alles und nimmt sein urteil letztlich ruhig im vertrauen auf gott an.
mit dieser kriegsgeschichte beschreibt der autor, in welch schwierige lage dieser leutnant kommt. der vielvölkerstaat, der keine rücksicht auf die befindlichkeit der ethnischen minderheiten nimmt, die komplizierte liebe über soziale schichten hinweg und die moralischen wertehaltungen jener zeit prallen aufeinander, was den hauptprotagonisten in eine ihn beinahe zerreissende lage bringt. viele seiner philosophischen und ethischen gedanken sind noch heute brisant. fremdbestimmtheit, macht und unterordnung sind die zentralen themen des vor mehr als hundert jahren geschrieben romans. er ist nicht ganz einfach zu lesen aber noch immer aktuell.

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