die
eigentlich unauffällige yong-hye wird auf grund eines traums von
einem tag zum anderen vegetarierin und beginnt sich ihrer umwelt zu
verschliessen. ihr mann versteht dies nicht, sucht erklärungen und
wendet sich zunächst an ihre familie. weder die eltern noch ihre
schwester in-hye können sie umstimmen. es kommt zur scheidung; die
zunehmend magersüchtige frau lebt in der folge alleine in einer
kleinen wohnung. ihr schwager, ein künstler, heimlich schon länger
in sie verliebt, gewinnt sie für ein videoprojekt als darstellerin.
dabei kommt es zu einer gemeinsamen nacht, was auch seine
ehe mit in-hye gefährdet. yong-hye wird in eine psychiatrische
klinik eingewiesen, wo ihr nebst der magersucht eine schizophrenie
diagnostiziert wird. in-hye besucht sie regelmässig, fühlt sich
trotz der ganzen vorgeschichte, die auch ihre ehe zerstört hat,
verantwortlich. ein in der klinik gestarteter versuch der
zwangsernährung mit einer sonde endet in einem gewaltakt, der ihr
beinahe das leben kostet.
der
titel passt nicht ganz: es geht hier eher um magersucht, denn die art
wie yong-hye ihr essen und verhalten umstellt hat etwas sehr
radikales. was zunächst unverständlich erscheint, lässt schnell an
einen psychiatrischen hintergrund denken, und so kommt es dann auch.
die schilderungen der vorgänge in der klinik sind alarmierend. sehr
treffend sind die beschreibung
der sorge um die schwester und die gewissensbisse in-hyes. einige eher an pornografischen text erinnernde passagen passen nicht
wirklich in die ernsthaftigkeit der restlichen handlung. eine
fremdartige, nicht einfache geschichte, deren botschaft ohne kenntnis
kultureller hintergründe schwer zu verstehen ist. trotz aller
vorbehalte habe ich das buch zu ende gelesen, dessen ausgang
letztlich im ungefähren bleibt und deshalb auch irgendwie
enttäuscht.
28.11.2025
han kang: die vegetarierin
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