12.01.2026

martin prinz: die letzten tage

in den letzten tagen des zweiten weltkrieges steht die rote armee bereits unten im tal. zum volkssturm, dem letzten aufgebot der deutschen, werden alte, kranke und invalide aufgeboten. die örtlichen nazi-mächtingen um den ns-kreisleiter braun installieren ein standgericht, um die bevölkerung, die sich nur noch ein ende des krieges und der schreckensherrschaft wünscht, zu disziplinieren. bereits verleumdungen, üble nachrede oder vermutungen reichen für verhaftungen. so werden viele unschuldige – auch jugendliche – ohne rechtmässiges urteil durch erschiessen oder am galgen umgebracht. ebenso werden minderjährige für die erschiessungskommandos verpflichtet. der willkür fallen in diesen tagen auch menschen zum opfer, mit denen die örtlichen nazi-grössen alte rechnungen offen haben.
der roman entstand auf der basis von archivdokumenten und zeugenberichten. am anfang steht ein kapitel, das die umstände der verurteilung der straftäter vor einem volksgericht zwei jahre nach kriegsende beschreibt. danach folgen die kapitel, die nicht nur verhaftungen und schicksale einzelner opfer dokumentieren, sondern auch den einfachen aber mutigen leuten jener zeit einen platz einräumen. die gesetzlosigkeit und die willkür jener tage macht bewusst, wie schnell ein krieg plötzlich einen einfluss auf das eigene leben, die eigene sicherheit haben kann. in der heutigen wenig stabilen zeit ein eher unheimlicher gedanke, der sorge bereitet.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen