zu beginn des 20. jahrhunderts wird
lajos geboren. das kind ist seinem vater, dem baron sándor lázár,
irgendwie unheimlich: er wird nie einen wirklichen zugang zu ihm
finden. der erste weltkrieg mit dem untergang der donaumonarchie hat
für die ungarische adelsfamilie folgen. traditionen verschwinden
und die sich anbahnende veränderung der machtverhältnisse bringen
unsicherheit ins haus. in
dieser schwierigen zeit tritt
lajos als junger erwachsener das erbe an und
schafft es zunächst auch, den
glanz der früheren zeit wieder ein
wenig aufleben zu lassen. doch
mit der besatzung der deutschen wehrmacht im zweiten weltkrieg sieht
sich lajos herausforderungen gegenüber, die ihn zum mittäter bei
der verfolgung der juden machen. pista und eva, seine kinder, erleben
als nächste generation die zeit des kommunismus, der ihnen
enteignung, armut und unterdrückung bringt. nach dem ungarnaufstand
1956 sind sie noch mehr der gefahr ausgesetzt, verhaftet zu werden.
sie entscheiden sich, das land zu verlassen.
ein spannendes und ergreifendes buch,
das einen beim lesen aus einer ganz besonderen perspektive in ein
stück weltgeschichte tauchen lässt. die zu beginn eher etwas
träumende sprache mit teils überlangen sätzen verändert sich
beinahe unbemerkt parallel zum zeitlauf in eine immer modernere,
kargere form und bringt damit dem text eine andere dynamik. der roman
vermittelt damit oft etwas exemplarisches. lázár gehört zu den
büchern, bei denen man gegen schluss immer langsamer liest, weil man
das ende noch etwa herauszögern will.
05.01.2026
nelio biedermann: lázár
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen