als
sich der
erst 19-jährige hai
von einer brücke in den tod stürzen will, hält ihn eine stimme
auf. diese gehört der unten am
fluss wohnenden witwe grazina.
sie lädt ihn zu sich ein und gibt ihm ein dach über dem kopf.
zwischen dem sohn einer aus vietnam eingewanderten, alleinerziehenden
mutter und der alten aus litauen im zweiten weltkrieg nach amerika
geflüchteten frau
entsteht eine wundervolle freundschaft. er sorgt sich um ihr
wohlergehen, wird damit quasi ihr pfleger und findet so eine aufgabe.
im fast-food-restaurant wo hai zu arbeiten beginnt, herrschen prekäre
arbeitsbedingungen, die nur zu
ertragen sind dank einem team,
das zusammenhält und sich gegenseitig hilft. doch zwei ereignisse
bringen die aufkommende ordnung in hais leben durcheinander. am
arbeitsplatz muss eine stelle gestrichen werden und zuhause
interveniert der sohn grazinas, der auf den eintritt seiner mutter in
ein pflegeheim besteht.
von
diesem vielschichtigen, emotional starken roman mit vielen gut
integrierten nebenhandlungen geht eine fesselnde faszination aus. das
solidarische handeln am arbeitsplatz und die liebevolle beziehung
zwischen dem zerbrechlichen jungen und der leicht dementen alten frau
bestechen durch deren authentische beschreibung. ebenso treffend
lenken die bildhaften schilderungen des lebens in dieser armen und
abgehängten stadt in connecticut den blick auf ein amerika jenseits der hochglänzenden orte.
dazu kommen die vielen unterschiedlichen figuren, deren leben
schwierig ist, die zutiefst menschlich füreinander da sind und immer
etwas hoffnung haben. spannend, tiefgründig und unterhaltsam ist
diese wunderbare geschichte, die auf einem autobiografischen
hintergrund fusst.
24.03.2026
ocean vuong: der kaiser der freude
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