marek, ein stiller, introvertierter junge, lebt mit seiner mutter und seiner
grossmutter in beengten wohnverhältnissen. die mutter hält als
arbeiterin in einer fabrik sich
und die familie über
wasser. daneben kümmert sie sich um ihren dem alkohol verfallenen,
immer wieder gewalttätigen vater. auch ihren sohn bindet sie immer
wieder in die betreuungsarbeit ein. in der schule ist marek, der sich
aus mädchen nichts macht, ein aussenseiter und wird von seinen
mitschülern geplagt, bis marián neu in die klasse kommt. jetzt
richten sich die aggressionen gegen diesen romajungen. langsam
freunden sich marek und marián an, verbringen viel zeit miteinander
und kommen sich sehr nahe. mit dem gelasseneren und erfahrenen marián
fühlt sich mareks leben zum ersten mal frei und gut an.
allein schon die beschreibung der prekären sozialen umstände lohnt das buch zu lesen. darin wird das bild einer verunsicherten und konservativen gesellschaft in der zeit nach dem fall des kommunismus berührend genau gezeichnet. die allgegenwärtigen vorstellungen von männlichkeit sind für die beiden jungen eine
herausforderung. etliche details, vor allem die erlebte
diskriminierung und brutale gewalt sind beim lesen schwer zu
ertragen. mit der genauen beschreibung der personen, der landschaften
und städte bildet der text ein überzeugendes zeugnis einer
realität, von der man sich fragt, wie man sie hat
überstehen können.
der autor erzählt die geschichte aus der erinnerung im wechsel
zwischen gegenwart und vergangenheit und reflektiert dabei in diesem
autobiografischen roman sein eigenes verhalten.
16.07.2026
marek torčik: was die zeit nicht nimmt
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen