18.04.2026

gina bucher: schattengänger

ljo wohnt alleine in einer wohnsiedlung – kaum jemand kennt ihn, er scheint keine familie, keinen besuch, keine freunde zu haben was ihn zu einem objekt der beobachtung durch seine nachbarn macht. man spricht über ihn hinter vorgehaltener hand und nennt ihn schattengänger. als ein nachbarsmädchen dabei gesehen wird, wie sie zu jo in die wohnung geht, entstehen gerüchte und vermutungen – schon will jemand die polizei informieren. doch es gibt auch mässigende stimmen. irgendwann wird er vermisst. er erscheint nicht mehr zur arbeit und die wohnung macht einen unbewohnten eindruck. letztlich klärt sich vieles überraschend auf, aber ein offenes ende lässt die zentrale frage über seinen verbleib unserer fantasie überlassen.
die geschichte wird aus der perspektive von vielen verschiedenen leuten erzählt, von nachbarn, arbeitskollegen und vorgesetzten, aber auch aus der sicht seiner aerztin. aus all diesen teilen fügt sich langsam nicht nur das bild dieses mannes. sondern auch eine art soziogramm dieser siedlung. mit diesem kreativen ansatz vermag das buch die ganz besondere spannung bis zum schluss zu halten.

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