ende des 19. jahrhunderts wird
heinrich zinn geboren. er erlernt das schneiderhandwerk wie sein
vater. dieser folgt jedoch
längst mit einem kleinen zirkus unterwegs durch europa anderen
interessen. als junger mann wandert heinrich nach amerika, auch ihn
zieht es zeitweise ins artistenmilieu. beim ausbruch des ersten weltkrieges kehrt er in die schweiz zurück und wird zur armee
eingezogen. nach dem krieg beginnt er als fabrikant schürzen zu
produzieren, kommt dadurch zu einem kleinen vermögen und kann sich
das blaue schleusenhaus an der reuss kaufen. hier lebt er mit seiner
patchworkartigen familie. während des zweiten weltkrieges wird das
blaue haus immer mehr zur heimat von geflüchteten artisten und
künstlern. doch die fremdenpolizei nimmt den bei ihm untergekommenen
waisen karel mit, um ihn auszuweisen. heinrich setzt sich mit aller
kraft für den knaben ein, verliert aber diesen kampf gegen die
behörden. heinrich ist der grossvater des ich-erzählers, der diese
geschichte seiner tochter erzählt.
das buch berichtet auf eine leichte art
vom leben von menschen, die der damaligen gesellschaftlichen norm
nicht entsprechen, die unerschütterlich ihren menschlichen idealen
folgen. dies alles vor dem hintergrund eines stücks
schweizergeschichte während der weltkriege. die klare und direkte
sprache mit vielen einfachen und kurzen sätzen erzeugt einen eigenen
leserhythmus. ohne dramatik setzt der autor seinen vorfahren ein
liebevolles denkmal.
09.04.2026
silvio blatter: das blaue haus
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