07.06.2026

eni yousuf: nach oben und von dort über die dächer

mit neun jahren wird er von den taliban in ein kinderarbeitslager verschleppt, wo der teppiche knüpfen muss. als jugendlicher wird er später gezwungen in einem kohlebergwerk unter schlimmsten bedingungen zu arbeiten. hunger und schläge von wachleuten bestimmen seinen alltag. schliesslich gelingt ihm die flucht. unterwegs trifft er auf hilfsbereite menschen, aber auch auf solche, die ihn ausnutzen oder betrügen. dauernde unsicherheit, die sich immer wieder stellende frage, wem er vertrauen und auf wen er sich verlassen kann, begleitet ihn. es ist schwierig immer neuen herausforderungen gegenüber zu stehen. unter vielen entbehrungen gelangt er endlich auf abenteuerlichen wegen in die schweiz, wo die unsicherheit im asylverfahren ihn weiter belastet. aber er schafft es dank eigener disziplin und harter arbeit sich hier ein neues leben in freiheit und sicherheit aufzubauen.
dieses sehr berührende lebenszeugnis zeigt, warum menschen die unwägbarkeiten und gefahren einer flucht auf sich nehmen. sehr persönlich und unverstellt berichtet der autor von seinen gefühlen und gedanken, von seinen anstrengungen, misserfolgen und erfolgen. eni yousuf schreibt zum schluss, er habe nicht alles aufschreiben können, weil vieles zu grausam war. dieses buch ist ist ein wichtiger beitrag zu den in diesem land dauernd geführten diskussionen, in denen asylbewerbende immer nur objekte sind. zudem wirft es einen blick auf die ungerechtigkeiten und nöte, denen menschen unverschuldet ausgesetzt sind. dieses sehr persönliche buch ist harte kost, die mir beim lesen tränen in die augen getrieben hat. einfach danke für dieses wichtige zeugnis.

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