05.06.2026

arno geiger: reise nach laredo

kaiser karl ist des regierens müde, dankt ab und zieht sich in das kloster yuste zurück. aber er findet nicht wirklich die ruhe und selbstbestimmtheit, die er sich wünscht. seine begleiter vom damaligen hof, sein leibarzt und andere akteure vergraulen ihm das leben. als er den auf der klostermauer sitzenden geronimo erblickt, sieht er seine chance zur flucht. mit dem unbekannten jungen macht er sich auf die reise nach laredo. unterwegs erleben sie viel schwieriges. sie begegnen menschen, die ihnen nicht alle gewogen sind. zeitweise geraten sie in lebensgefahr, aber immer wieder entkommen sie. zum schluss erreichen sie das ziel nach vielen mühen und entbehrungen.
die historische tatsache ist einzig kaiser karl v., seine abdankung und sein anschliessender aufenthalt im kloster yuste. der rest ist eine fantasiereiche, bildhalft erzählte fiktion. berührende liebevolle, aber auch schlimme momente der gewalt kontrastieren das harte leben im mittelalter. karl, der sein inkognito erfolgreich erlebt, wird mit dem leben des armen und einfachen volkes konfrontiert. als ein weiser und bescheidener mann mit dem herz am richtigen fleck und einem grossen gerechtigkeitssinn zeigt aber auch schwächen, die ihn sympathisch machen. diese geschichte zeugt von einer hohen erzählkunst und ist trotz all der schrecklichen begebenheiten schön zu lesen.

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