triest
in den 1920er-jahren: als junge erfährt mattia, dass die frau
seines vaters nicht seine mutter ist. das lässt ihn nicht ruhen,
doch sein vater verweigert ihm die erklärung. er gerät in den kreis
der damals erstarkenden schwarzhemden, die versprechen ihm zu helfen
seine mutter zu finden. «bambino» wird er wegen seiner
bartlosigkeit genannt, was ihn antreibt, seine stärke durch brutales
handeln zu zeigen. er entwickelt sich zum stadtbekannten schläger
und mörder, der bis zum ende des krieges ungestraft sein unwesen
treibt. seine opportunistische haltung lässt ihn sich überall
andienen, wo es gerade
passt. erst spät beginnt er seine taten zu reflektieren und bereuen.
als die machtverhältnisse endgültig wechseln, muss er sich unter
fremder identität in den umliegenden bergen verstecken. heimweh
treibt ihn zurück nach triest, wo er erkannt wird. slowenische
partisanen nehmen ihn gefangen und bringen ihn weg. er endet, wie
viele seiner früheren opfer in den tiefen gräben der umliegenden
karstlandschaft.
die
schilderung aus der ungewohnten perspektive des täters macht dieses
buch ganz besonders. zeitweise kaum auszuhalten ist die
streckenweise
häufung von erschiessungen und folter. exemplarisch zeigt der text
auf, wie ein junger, beeinflussbarer mensch manipuliert und zu taten
verleitet werden kann, die er zunächst selbst kaum reflektiert. erst
langsam kommen gefühle und fragen auf. die den hintergrund bildenden
grossen politischen umwälzungen sind auch ohne detaillierte
geschichtskenntnisse gut nachvollziehbar.
10.06.2026
marco balzano: bambino
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