18.06.2026

seán hewitt: oeffnet sich der himmel

vom abgelegenen dorf, in dem der 16-jährige james bei seinen eltern wohnt, will er einfach nur weg. er hat keine freunde, muss sich oft um seinen kleinen bruder kümmern und jeden morgen als milchjunge dazuverdienen. dabei trifft er eines tages auf den ein jahr älteren luke, der von seinen eltern als disziplinierende massnahme auf dem hof seines onkels untergebracht wird. james ist fasziniert von luke, diesem schönen, eigenwilligen und etwas verschlossenen jungen. james verliebt sich in luke, was sein geheimnis bleibt. er wagt es nicht, luke seine gefühle mitzuteilen. luke, der nie wirklich freunde hatte und immer alleine war, wendet sich ihm zu. sie verbringen ein jahr in gemeinsamer freundschaft, dann wird luke plötzlich wieder von seinem vater zurückgeholt.
der stoff dieses romans gäbe alles her um eine kitschige, cliché-befrachtete geschichte zu werden. und genau das tut er nicht. meisterhaft und mit einer gewissen leichtigkeit führt uns der autor durch dieses jahr zweier unterschiedlicher jungen. die langen und detaillierten schilderungen von james’ träumen, wünschen, gefühlen und aengsten sind ohne die realität zu verlassen sehr emotional. trotzdem oder vielleicht gerade deshalb erscheint alles so nachvollziehbar. auch die milieubeschreibungen des englischen landalltags tragen zur authentizität der handlung bei. eine durchgehend aufrecht erhaltene spannung führt zu einem schluss von eigener schönheit, der einen aber etwas fragend zurücklässt.

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