27.06.2026

daniel speck: jaffa road

der verschollene grossvater moritz wird tot in der garage seiner villa in palermo aufgefunden. nina, seine christliche enkelin aus berlin, und seine jüdische tochter joëlle aus paris werden zur testamentseröffnung einbestellt. hier erscheint unerwartet elias, ein muslimischer palästinenser, der sich als sohn vorstellt. die beiden frauen misstrauen dem mann, verdächtigen ihn sogar des mordes. drei verwandte menschen aus drei kulturen und drei religionen treffen aufeinander und beginnen langsam das geheimnisvolle leben von moritz zu entdecken. die zunächst schwierige begegnung nimmt ein zwar offenes aber doch ver­söhnliches ende.
erzählt wird die aktuelle geschichte von nina. grosse rückblenden lassen die ganze lebensgeschichte von moritz, seinen drei familien und der damaligen politischen verhältnisse rund ums mittelmeer gestalt annehmen: das ende des afrikafeldzugs der deutschen wehrmacht, die konflikte vor, während und nach der gründung des staates israel und die aktionen und attentate der plo, werden – verwoben mit den familiengeschichten – zu einer art unterricht in weltgeschichte, der den bis heute andauernden konflikt zwischen israelis und palästinensern zu erklären weiss. die schilderung der menschen, deren verluste und abhängigkeiten machen das buch zu einer mitreissenden lektüre, die einen in die verschiedenen kulturen versinken lässt und von der man nur schwer ablassen kann. trotz der vielen handelnden personen und wechselnden schauplätzen bleibt das ganze werk übersichtlich und lässt einen nie die orientierung verlieren.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen